16.01.2026
Fans

60 Jahre Eintracht-Fan

Oliver wurde bereits als Kind Fan der Eintracht. Seitdem hat er alle Höhen und Tiefen miterlebt und verfolgt auch heute noch jedes Spiel, obwohl er in Bremen lebt. Ein Porträt über Leidenschaft aus der Ferne.

Oliver wurde in Bad Orb geboren und wuchs in Wächtersbach auf. Seine Verbindung zu Eintracht Frankfurt begann früh: Im Jahr 1965 nahm ihn sein Vater erstmals mit ins Stadion. Oliver war gerade acht Jahre alt, als die Eintracht gegen den HSV mit 2:0 gewann. „Von da an war ich Eintracht-Fan – und habe alle Höhen und Tiefen miterlebt“, erinnert er sich.

Mit 19 Jahren verließ Oliver Frankfurt zunächst aus beruflichen Gründen, kehrte aber später zurück, als er für einen der Sponsoren der Eintracht arbeitete. Diese Zeit ermöglichte ihm Einblicke in den Business-Bereich des Stadions. Doch egal ob Stehplatz, Sitzplatz oder Business-Bereich – eines ist ihm immer wieder aufgefallen: die besondere Identifikation der Fans mit dem Verein und ihre unerschütterliche Loyalität.

Später zog Oliver erneut beruflich bedingt nach Bremen, wo er bis heute lebt. An seiner Verbundenheit zur Eintracht hat das jedoch nichts geändert.

„Man muss schon ein bisschen leidensfähig sein“

Oliver

In rund 60 Jahren Fan-Dasein hat Oliver viele prägende Phasen erlebt. Besonders gern erinnert er sich an die Zeiten mit Trainern wie Felix Magath, Klaus Toppmöller oder Dragoslav Stepanović. Natürlich gehörten auch schwierige Jahre dazu – etwa der Kampf um den Klassenerhalt. „Man muss schon ein bisschen leidensfähig sein, wenn man Eintracht-Fan ist“, sagt Oliver. Gerade das mache aber die besonderen Momente umso wertvoller.

Auch die Ära von Niko Kovač hat für ihn einen besonderen Stellenwert. Der Klassenerhalt 2016 und der Pokalsieg gegen Bayern München seien aus seiner Sicht die Grundlage für den sportlichen Aufschwung der vergangenen Jahre gewesen.

Eintracht-Fans in Bangkok

Als Underdog gegen die Großen

Einer der Momente, die Oliver bis heute besonders lebendig in Erinnerung geblieben sind, ist das Pokalhalbfinale gegen Bayern München im Jahr 1974. Damals war er 17 Jahre alt und live im Stadion dabei. „Zu sehen, wie die Eintracht gegen den großen Favoriten bestand – das war eine echte Augenweide“, erzählt er.

Verpasst hat Oliver seitdem kaum ein Spiel. Auch wenn er nur selten im Stadion sein kann, verfolgt er die Partien regelmäßig live. Selbst im Urlaub macht er keine Ausnahme: Beim Pokalfinale gegen Leipzig sah er das Spiel in einer Bar in Bangkok – und war überrascht, dort auf weitere Eintracht-Fans zu treffen.

Beim heutigen Spiel gegen Werder Bremen wird Oliver gemeinsam mit seiner Frau Antje im Stadion sein. Sie ist Bremen-Fan, doch auch das hält beide nicht davon ab, regelmäßig gemeinsam Spiele zu besuchen, wenn ihre Vereine aufeinandertreffen. Olivers Tipp: ein 3:1-Sieg für die Eintracht.

Du kannst nicht all die Jahre sagen, du bist Eintracht-Fan, aber kein Mitglied.

Oliver

Mitglied aus Überzeugung

Seine Leidenschaft für den Verein hat Oliver längst weitergegeben: Sein Enkel Jasper bekam zu Weihnachten bereits ein Set Eintracht-Trikots. Besonders rund um das Europapokalfinale erlebte Oliver viel Zuspruch von Kolleg:innen und Nachbar:innen – auch von denen, die eigentlich keine Eintracht-Fans sind.

In diesem Jahr feiert Oliver zudem ein persönliches Jubiläum: zehn Jahre Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt. Der Entschluss, offiziell Mitglied zu werden, fiel nach der 0:1-Niederlage gegen Bremen im Mai 2016. „Du kannst nicht all die Jahre sagen, du bist Eintracht-Fan, aber kein Mitglied“, sagte er damals zu sich selbst. Für Oliver war klar: Jetzt gilt es, Flagge zu bekennen.
„Spät“, sagt er heute, „aber nicht zu spät.“