09.10.2021
Junior Adler

Aus Slowenien in den Spielertunnel

Virtuelle Einlaufkinder haben bei ausgewählten Heimspielen die Möglichkeit, das Team vor der Partie zu motivieren. Beim Spiel gegen den VfB mit dabei: Jakob Pollmann, 12 Jahre, zugeschaltet aus Slowenien.

Es ist 14.42 Uhr, die Anspannung steigt im Frankfurter Stadtwald. Gleich beginnt das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, die Spieler machen sich zum Aufwärmen bereit. Sie versammeln sich im Spielertunnel, gemeinsam werden sie den Rasen zum Warmup betreten. Virtuell zugeschaltet sind in diesem Moment 16 Junior Adler, um der Mannschaft die letzte Motivation für das anstehende Bundesliga-Heimspiel mit auf den Weg zu geben. Die virtuellen Einlaufkinder sind ein digitales Angebot der Fanabteilung, das in der Corona-Pandemie entstanden ist. Junior Adler ab 5 Jahren können sich vorab für einen Platz bewerben und die Profis am Spieltag hautnah erleben.

Mit der Eintracht um die Welt

Ein glücklicher Gewinner dieser Aktion beim Heimspiel gegen Stuttgart war Jakob, der über die positive Benachrichtigung sichtlich erstaunt war: „Ich habe mich total gefreut, weil ich das gar nicht erwartet hatte. Ich habe geschrien, getanzt und sofort meinen Papa angerufen, weil ich nicht länger warten konnte.“ Der 12-Jährige profitiert dabei besonders vom digitalen Angebot, da er nicht in Frankfurt wohnt. Als Kind zweier Diplomaten zieht es Jakob alle vier Jahre um die Welt. Er ist in Berlin geboren, hat aber bereits schon jeweils vier Jahre seines Lebens in den USA und in Bosnien und Herzegowina verbracht, bevor es seine Familie nach Slowenien zog. In der Hauptstadt Ljubljana lebt Jakob nun seit einem Jahr und verfolgt weiterhin alle Spiele der Eintracht, obwohl Fußball in Slowenien keinen hohen Stellenwert besitzt: „Die Bundesliga ist natürlich schon irgendwie bekannt, aber die Kinder kennen eigentlich nur Bayern und Dortmund. Die Eintracht kennt kaum jemand und Fußballfans sind meine Mitschüler eigentlich auch nicht“, erzählt Jakob von seinen Erfahrungen.

Durch die verpflichtende Schuluniform an seiner Schule ist der 12-Jährige in den Möglichkeiten begrenzt, die Farben seiner Mannschaft in der Schule zu präsentieren. Doch Jakob findet einen kreativen Ausweg und zeigt mit seinem Eintracht-Mäppchen, zu welchem Verein er steht. Immerhin frage ihn ein Lehrer regelmäßig, wie die Eintracht gespielt habe. Dabei ist Jakob auch in Slowenien fußballerisch aktiv, er spielt im linken Mittelfeld. Zu seinen Lieblingsspielern gehören Jesper Lindstrøm und Jens Petter Hauge, die beide gegen Stuttgart von Beginn an starten durften. Eine Tatsache, über die sich Jakob beim Spiel besonders gefreut habe.

Aufregung vor dem Bildschirm

Das Eintracht-Gen hat Vater Adrian Pollmann vererbt, der ursprünglich aus Hofheim stammt: „Mein Papa ist großer Fan der Eintracht, da hatte ich dann natürlich auch keine andere Wahl“, witzelt Jakob über die Wahl seiner Lieblingsmannschaft. Zusammen verfolgen sie die Spiele vor dem Fernseher, wie Vater Adrian berichtet: „Ob das jetzt in Washington oder Sarajevo war, wir versuchen echt immer die Spiele zu schauen und ich fliege auch immer mal nach Hause, um ein Heimspiel zu besuchen“. Eine Anreise, die sich durch die Schule für Jakob schwierig gestalte. Dennoch haben die beiden schon einige Heimspiele gemeinsam besuchen können. Highlight von Vater und Sohn ist allerdings das DFB-Pokalfinale 2018 in Berlin, bei der Erzählung über das Spiel gerät Jakob ins Schwärmen.

Durch die enge Vater-Sohn-Beziehung war es auch selbstverständlich, dass der Papa ebenso aufgeregt neben dem Bildschirm saß, während der Sohnemann seinen Idolen viel Erfolg wünschen konnte. Eingestimmt auf das Spiel hat sich Jakob mit EintrachtFM und diversen Fanliedern. Der Laptop wurde zurechtgerückt, das Junior Adler-Shirt übergezogen und auf eine gute Internetverbindung gehofft. Mit jeder Minute stieg die Anspannung „Ich war super aufgeregt! Die Spieler aus der Nähe zu sehen, das ist ja schon was Besonderes. Ich habe vorher noch nie gesehen, wie es im Spielertunnel aussieht“, fasst Jakob seine Aufregung zusammen. Viele Spieler blieben stehen und nahmen sich trotz eigener Anspannung einen kurzen Augenblick für die Kinder, die wiederum wünschten viel Erfolg. Die Wohnzimmer wurden extra geschmückt, im Hintergrund wehten zahlreiche Eintracht-Fahnen.

Nachdem die Spieler zum Warmmachen den Spielertunnel verlassen haben gab es für die Junior Adler noch die Chance, Ragnar Ache und Martin Pecar mit Fragen zu löchern. Für Jakob eine spannende Sache, stand doch mit Martin Pecar ein Slowene vor der Kamera. Spezielle Fragen hatte sich Jakob im Vorhinein nicht überlegt, er wollte sich erstmal die Fragen der anderen Kinder anhören.

Ragnar Ache fragte er schließlich, ob er vor den Spielen aufgeregt ist: „Ich bin ja selbst schon immer vor dem Bildschirm so aufgeregt, wie soll das dann erst bei den Spielern sein?“ Für Ache eine Sache der Routine. Am Anfang sei die Aufregung natürlich groß gewesen, doch mit der Zeit komme die Erfahrung und die Aufregung sinke. Anschließend berichtete Ache über die olympischen Spiele, an denen er mit der deutschen Mannschaft teilnahm. Das Erlebnis Olympia sei für einen Fußballer etwas Besonderes, auch die japanische Kultur habe er in bester Erinnerung. In besonderer Erinnerung wird auch Jakob sein Erlebnis als virtuelles Einlaufkind behalten. Der Tag bleibt für Familie Pollmann im Gedächtnis, auch wenn Jakobs Erfolgswünsche am Ende nicht ganz belohnt wurden und die Eintracht sich mit einem 1:1-Unentschieden begnügen musste.

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