29.09.2022
Erleben

"Bei zu Null zwei Tage Urlaub"

Der 59er-Meister Egon Loy (91) ist im Podcast „Eintracht vom Main“ zu Gast. Matthias Thoma spannt im Gespräch mit dem damaligen Torhüter den Bogen vom Fußball in den 1950ern bis zu Kevin Trapp.

Im Gespräch mit Museumsleiter Matthias Thoma erzählt Egon Loy, der bislang älteste Gast des „Eintracht vom Main“-Podcasts, mehr als eine Stunde lang über seine besonderen Erfahrungen innerhalb der vergangenen Jahrzehnte. Dabei bezieht er sich nicht nur auf seine Fußballkarriere. Wir spulen zurück zum Anfang: Zu einer Kindheit inmitten eines Weltkrieges. Geboren in Essen, aufgewachsen südlich von Nürnberg in Schwabach.

Egon Loys erster Kontakt mit dem runden Spielgerät ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Kicken fing er im Jugendverein des hiesigen Wohnortes an, dem TSV Schwabach 04. Im Podcast erzählt Egon Loy von seinem ersten Spiel als Torwart, bei dem er plötzlich ins kalte Wasser geworfen wurde. „Eines Tages kam unser Tormann nicht zum Spiel, und der Trainer sagte zu mir: ‚Du bist der Größte, probier‘ es doch mal.‘ Wir haben das Spiel gewonnen, und dann kam der Trainer auf die Idee, ich sollte doch eine Zeit lang weiterhin im Tor spielen.“ Das entdeckte Talent seines Jugendtrainers war der Beginn einer großen Karriere. Eines sei schon mal verraten: Ein Angebot von den Kickers Offenbach hatte Egon Loy damals neben dem der Eintracht ebenso erhalten, hatte sich zu dem Zeitpunkt aber bereits für die SGE entschieden.

Eines Tages kam unser Tormann nicht zum Spiel, und der Trainer sagte zu mir: ‚Du bist der Größte, probier‘ es doch mal.‘ Wir haben das Spiel gewonnen, und dann kam der Trainer auf die Idee, ich sollte doch eine Zeit lang weiterhin im Tor spielen.

Egon Loy

Offenbach war der Verein, gegen den Loy sein erstes Spiel für die Adler bestritt. Ein 1:0-Sieg, nachdem man in den Jahren zuvor auswärts keinen Dreier einfahren konnte. In dem Spiel verletzte sich der damalige Debütant in der Oberliga Süd jedoch am Knie, musste dann aber noch 15 Minuten zwischen den Pfosten stehen. Wechsel waren zu den Zeiten nämlich noch nicht erlaubt. Und Torwarthandschuhe? Die gab es auch nicht. „Meine Schwiegermutter und meine Frau haben Fingerhandschuhe gestrickt, aber wenn ich bei Nässe zwei- oder dreimal im Training war, waren die kaputt“, erzählt Egon Loy mit einem Schmunzeln.

Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1959 besiegte man ausgerechnet die Kickers Offenbach. Auf den ersten Kontakt mit der Meisterschale musste der heute 91-jährige allerdings lange warten. „Ich habe sie gar nicht zum Greifen bekommen, da war so ein Jubel und Trubel. Erst abends konnte ich sie in die Hand nehmen.“ In der Podcast-Folge werden Erinnerungen an die Meisterfeier am Römer wach, und dann entwickelt sich das Gespräch auch schon in Richtung Europapokalsaison: Duelle gegen die Hochkaräter des internationalen Fußballs, mit dem Finale gegen den Giganten Real Madrid als Sahnehäubchen. „Wir waren krasser Außenseiter, sie waren uns in allen Belangen überlegen. Zu dieser Zeit waren wir Vertragsspieler, während das hochkarätige Profis aus allen verschiedenen Ländern waren.“ Egon Loys Trikot aus dem Spiel kann heute übrigens jederzeit im Eintracht-Museum begutachtet werden. Komplett in schwarz, mit einer roten Eins auf dem Rücken.

Wie es zu einem Länderspiel gegen Argentinien kam, wieso Florida sein Lieblingsort ist, wieso die Meistermannschaft von 1959 bis heute noch bei den Heimspielen der Eintracht in der Loge zusammensitzt und was er zu Kevin Trapp sagt? All das und noch mehr erfahrt ihr ebenfalls in der neuen Folge des „Eintracht vom Man“-Podcasts. Hört rein!

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Folge 42: Egon Loy

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