Mit etwa sechs Jahren spielte Adrian in der F-Jugend, als ein prägender Mensch in sein Leben trat: sein damaliger Trainer. Da dieser glühender Eintracht-Fan war und großen Eindruck auf den jungen Adrian machte, wurde auch er zum Fan der SGE. Dabei hätte es eigentlich anders kommen können, schließlich war sein Vater Gladbach-Anhänger. Doch von da an war klar, wohin die Reise geht. „Alles, was unter dem Christbaum lag und keinen Adler draufhatte, war für mich damals uninteressant.“
Erstes Mal im Waldstadion
Sein Trainer fuhr regelmäßig für die Spiele der Eintracht ins rund eine Stunde entfernte Frankfurt und nahm Adrian irgendwann mit. Das war sein allererstes Mal im Waldstadion. An diesen Moment erinnert er sich noch heute glasklar: „Wir sind die Gegentribüne runter ins Stadion gelaufen, ich weiß noch genau, ich hatte Gänsehaut und war richtig geflasht – das war einfach Liebe auf den ersten Blick.“
Seitdem hat Adrian viele unvergessliche Momente mit der Eintracht erlebt. Ob schmerzvoll oder voller Freude – alle haben ihn geprägt. Dazu zählt das legendäre 5:1 gegen Kaiserslautern in der Saison 1998/99 ebenso wie der Aufstieg in die Bundesliga nach dem 6:3 gegen Reutlingen.
Die Eintracht ist eine große Familie, die ich mit vielen Tränen, aber auch viel Freude verbinde.
Das Europapokal-Finale verfolgte Adrian beim Public Viewing im Deutsche Bank Park, während er 2013 beim Auswärtssieg in Bordeaux zusammen mit 12.000 Eintracht-Fans selbst im Stadion stand. Ein Jahr ohne Stadionerlebnis musste er aufgrund seines Berufes ebenfalls durchstehen: „Das war das schlimmste Jahr für mich“, sagt er rückblickend.
Im Jahr 2011 gründete Adrian mit einem Freund den Fanclub EFC Kraichgau Adler, der bis heute besteht. Mit den Adlern aus der Heimat fuhr er zu unzähligen Auswärtsspielen – auch nach Bordeaux. Für Adrian ist jedes Spiel der Eintracht ein Erlebnis. Doch ein Highlight sticht für ihn heraus: der Aufstieg nach dem 3:0 gegen Alemannia Aachen im Aachener Tivoli. „Das war etwas ganz Besonderes“, erzählt er.
Mehr als ein Verein
Was er mit der Eintracht verbindet? Weit mehr als Fußball, antwortet Adrian direkt. „Die Eintracht ist eine große Familie, die ich mit vielen Tränen, aber auch viel Freude verbinde.“
Dass er mitten in Hoffenheim lebt, sorgt manchmal für Reibung. Mittlerweile weiß zwar jeder in seinem Umfeld, dass sein Herz für die Eintracht schlägt, neue Bekanntschaften können das allerdings nicht immer nachvollziehen. Die ein oder andere Diskussion sei ihm daher schon sicher gewesen. Doch Adrian bleibt gelassen: „Wenn man einmal sein Herz an einen Verein verloren hat, dann bleibt man auch da, sonst hat man’s nie verloren.“ Für ihn ist diese Liebe zur SGE wie eine Ehe: fürs Leben.
Was ich mir von Herzen wünsche, ist, dass vor allem auf die Fans geachtet wird, die seit Jahrzehnten dabei sind.
Blick auf Hoffenheim
Das anstehende Spiel gegen Hoffenheim verfolgt Adrian mit Spannung, auch wenn er sich seiner Eintracht sicher ist. „Ich hoffe auf ein 4:1, realistisch ist aber eher ein 3:1. Aber Eintracht ist eine Wundertüte, wer weiß, was passiert.“ Adrian rechtet damit, dass Hoffenheim zunächst in Führung geht, bevor die Eintracht ins Spiel findet und das Ergebnis dreht.
Für die kommenden Jahre wünscht sich Adrian vor allem eines: Stabilität – sportlich wie wirtschaftlich. „Was ich mir von Herzen wünsche, ist, dass vor allem auf die Fans geachtet wird, die seit Jahrzehnten dabei sind – und nicht nur auf die Erfolgsfans.“