07.03.2022
Junior Adler

„Es lohnt sich, ins Stadion zu kommen"

Merle Frohms, Torhüterin der Eintracht Frauen und Deutschlands Nummer 1, stellte sich in einer virtuellen Pressekonferenz den neugierigen Fragen der Junior Adler.

Merle Frohms sitzt dort, wo sich sonst die Männer den Fragen der Journalisten stellen. Die Nationaltorhüterin der Eintracht sitzt auf dem Podium, die Journalisten im Publikum fehlen stattdessen, denn der Pressekonferenz-Raum im Deutsche Bank Park steht heute im Zeichen der Junior Adler. Im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz hatten diese die Möglichkeit, ihre Fragen schriftlich oder per Videobotschaft einzuschicken. Und die hatten es in sich, denn mehrfach musste die Torhüterin kurz überlegen. Zunächst hieß es dann erst einmal „Gute Frage!", bevor die passende Antwort unverzüglich folgte.

Wie cool, dass ich die Einzige bin, die dieses Trikot tragen darf.

Merle Frohms

Dabei habe es lange Zeit nicht nach einer Karriere ausgesehen, die zu Deutschland Nummer 1 führen könnte. Mit ihrem großen Bruder hat die Nationaltorhüterin im eigenen Garten zwar früh mit dem Fußball spielen angefangen, die Frustration durch die immer wiederkehrenden Niederlagen war jedoch groß. Es reifte der Gedanke, unbedingt besser zu werden. Das beschränkte sich in ihrer Jugend jedoch nicht ausschließlich auf das Tor. Denn im Verein habe die 27-Jährige schnell gemerkt, dass sie als Feldspielerin genauso viel Spaß habe wie auf der Position im Tor. Noch mit 13 Jahren wechselte sie regelmäßig die Positionen, bis es zu einer ungewöhnlichen Entscheidung kam: „Ich fand das Torwarttrikot damals einfach so schön! Ich dachte: Wie cool, dass ich die Einzige bin, die dieses Trikot tragen darf", scherzt Merle Frohms heute. Die ständigen Wechsel zwischen Tor und Feld hatten erst durch die ersten Berufungen in die Jugend-Auswahlmannschaften des DFB ein Ende. Fortan war klar: Merle Frohms ist Torhüterin. Eine Entscheidung, die die 27-Jährige heute wohl nicht bereut. Auch wenn das manchmal zu schmerzen führen könne, wie die Torhüterin selbst auch schon erleben musste. In ihrem ersten Bundesligaspiel prallte sie direkt gegen den Pfosten, eine schlimmere Verletzung ist jedoch ausgeblieben. „Natürlich war das nicht so schön, aber das passiert eben. Das muss man als Torhüterin aushalten, auch wenn man mal einen Ball ins Gesicht bekommt", zeigt sich die Torhüterin trotz mancher Schmerzen standhaft.

Persönliche Highlights

Mit der Eintracht spielte Merle 2021 das DFB-Pokalfinale der Frauen in Köln, bei dem sich die Mannschaft nach einem großen Kampf gegen den VfL Wolfsburg erst nach der Verlängerung mit 1:0 geschlagen geben musste. Trotz Niederlage war es dennoch das größte Spiel für sie im Dress der Eintracht: „Das Finale musste leider ohne Zuschauer stattfinden, aber es war natürlich trotzdem ein tolles Gefühl in dem großen Stadion“. Dabei habe sie bereits auch schon erleben können, wie sich ein solches Stadion mit Zuschauern anfühlt. Der 9. November 2019 bleibt Merle Frohms besonders in Erinnerung: „Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft gegen England im Wembley-Stadion vor 78.000 Zuschauern, das war sehr besonders. Wir haben gewonnen, ich habe einen Elfmeter gehalten. An dem Tag halt alles gepasst!"

Der Frauenfußball macht Spaß und es lohnt sich, ins Stadion zu kommen.

Merle Frohms

Am Samstag, da hat auch alles gepasst. Mit 3:2 konnte die TSG Hoffenheim im Stadion am Brentanobad besiegt werden. Ein Sieg, bei dem ihr rechter Fuß nicht ganz unschuldig war: „Ich bin sehr eigen was Rituale betrifft, an denen ich festhalte. Ich muss zuerst den rechten Schuh anziehen und auch mit rechts den Platz betreten". Mit Erfolg, wie das Spiel gegen Hoffenheim gezeigt hat. Werbung für den Frauenfußball macht Merle Frohms mit ihrer positiven Ausstrahlung: „Der Frauenfußball macht Spaß und es lohnt sich, ins Stadion zu kommen". Dabei ist Deutschland von einer Kulisse wie in England noch ein Stück weit entfernt. Dennoch sei der Stadionbesuch der erste Weg, um den Frauenfußball in Deutschland bekannter zu machen. Die Mannschaft freue sich über jede Unterstützung, es sei auch Aufgabe der Fans, das in die Öffentlichkeit zu tragen. Denn die jüngsten Ergebnisse der Frauen zeigen, dass sich der Weg ins Stadion durchaus lohnen kann. Die Frauen schnuppern an der Qualifikation zur Champions League - ein langgehegter Traum, der für die Eintracht-Familie in diesem Jahr in Erfüllung gehen könnte.

  • #JuniorAdler
  • #Kids
  • #Fans
  • #Fanabteilung
  • #Frohms

0 Artikel im Warenkorb