„Zusammen mit meinem Vater sind wir nach Gelsenkirchen gefahren. Auswärts auf Schalke“, erinnert sich Claudia Kiefer an eins ihrer ersten Spiele mit der SGE. Zwar verlor die Eintracht das Auswärtsspiel, aber für die Mainzerin war damals klar: Das tut der Liebe zur Diva vom Main keinen Abbruch.
Torspektakel und Titel
Als sportbegeisterte Familie war Fußball ein Teil ihrer Kindheit. So fuhren Claudia und ihr Vater aus Mainz immer wieder ins Waldstadion oder begleiteten sie auch auf Auswärtsfahrten. Mit Dauerkarten bestückt, wuchs Claudia damals in einer glorreichen Zeit der Eintracht auf. „Eine meiner frühesten Erinnerungen ist auch der Sieg im UEFA-Pokalspiel gegen Gladbach.“
„Da hat man sich irgendwann die Augen gerieben und gefragt: Was ist jetzt los?“
Claudia, seit 45 Jahren Mitglied
Auch die Spiele gegen die Bayern blieben ihr in Erinnerung. Dabei kommen auch direkt die Tore von Bernd Nickel ins Gedächtnis. „Von allen vier Seiten schoss der Nickel mit einem Eckball ein Tor. Das ist etwas Besonderes“, schwärmt die Mainzerin in Erinnerungen.
In die frühe Kindheitsphase fällt auch eins ihrer Lieblingsspiele mit der SGE: 9:2 gewann die Buchmann-Elf zu Hause gegen Werder Bremen. „Wann das genau war, weiß ich nicht mehr, aber da war ich dabei“, erzählt Claudia. „Da hat man sich irgendwann die Augen gerieben und gefragt: Was ist jetzt los?“
Als Kind beschloss sie, Mitglied bei der Eintracht zu werden. Ihr 45-jähriges Jubiläum feierte sie im letzten Jahr. Auch wenn die Mainzerin es zwischendrin seltener ins Stadion schaffte, blieb sie der Eintracht treu. Ende der 90er Jahre, mit dem Fußball 2000 – „ein Anlass, wieder hinzuschauen“ –, geht die Mainzerin auch wieder ins Stadion und ist seitdem national wie international wieder mit der Eintracht unterwegs.
„Um uns herum saßen ein paar Spanier, die ganz verwundert waren und gesagt haben, dass sie so etwas noch nie erlebt hätten.“
Claudia, langjährige Eintracht-Anhängerin
So auch zu den Europapokalspielen. Gerade die Anfangszeit der internationalen Duelle hat ihr am meisten gefallen. Wenn man ein Heimticket ergatterte, hatte man die Sitze für alle folgenden Heimspiele in der Europa League gesichert. „Man kannte die Leute um sich herum“, erzählt Claudia von dem Wiedersehen bekannter Gesichter beim Stadionbesuch.
Zusammen mit ihrem Partner reiste Claudia auch zu den Auswärtsspielen der Eintracht. Zu zweit sahen sie aus bester Position, wie die mitgereisten SGE-Fans das Camp Nou in Barcelona – „eins der allerbesten Spiele“ – fluteten. „Um uns herum saßen ein paar Spanier, die ganz verwundert waren und gesagt haben, dass sie sowas noch nie erlebt hätten“, erinnert sich die Mainzerin an die verdutzten Sitznachbar:innen. Für die Spieler musste es wie ein Heimspiel gewirkt haben. „Das Spiel war fast besser als der spätere Sieg“, fügt sie hinzu. Kurze Zeit später erlebte sie dann den Europapokal-Sieg live im Stadion.
Der spätere Sieg und auch der DFB-Pokalsieg 2018, der das Ganze ins Rollen gebracht hat, waren für Claudia sehr besonders. 30 Jahre lang wartete sie – wie so viele andere Eintracht-Fans – auf einen Pokal. „Erwartet habe ich es nicht, aber gehofft auf jeden Fall“, beschreibt die langjährige Eintracht-Anhängerin die Wartezeit.
Finale daheim?
Diesen Sonntag ist Claudia mit ihrem Partner und fußballbegeisterten Freund:innen auch in Mainz im Stadion. Über einen alten Klassenkameraden organisierten sie sich die Tickets. Die Eintracht setzt sich mit 2:0 durch und bleibt an den internationalen Plätzen dran, so der Tipp von Claudia. Das Europa-League-Finale findet im nächsten Jahr in Frankfurt statt. Ein Finale im eigenen Stadion? Nicht nur für Claudia ein Traum.





