14.12.2020
Fanabteilung

Frischer Wind

Am 11. Dezember feierte die Fanabteilung ihren 20. Geburtstag. Ein guter Anlass um auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurückzublicken. Teil 3 der Abteilungsgeschichte.

Stefan Minden, der die Abteilung schon länger unterstützte wurde mit überwältigender Mehrheit im Oktober 2007 zum neuen Abteilungsleiter gewählt. Gemeinsam mit den später weiteren gewählten Vorstandsmitglieder Stefan Ungänz, Frank Dann, Marion „Donna“ Becker und Matthias Scheurer nahm der neue Vorstand seine Arbeit auf. Nur wenige Wochen nach der Wahl, wurde das Eintracht Frankfurt Museum in der Haupttribüne feierlich eröffnet. Mittelpunkt des Museums war die Schatzkammer, in der die in den Jahren zuvor organisierten Trophäen der großen Triumphe ihren festen Platz fanden. Mittlerweile hatte Petra Hauschild, damals Bärmann, Patrick Widera, der zur Fußball AG wechselte, im Büro der Abteilung abgelöst. Noch immer wuchsen die Mitgliederzahlen rasant – und ein Ende war nicht in Sicht.

Neuer Vorstand, neue Angebote

Wesentliche Neuerungen der zweiten Phase waren einerseits die Gründung der Junior Adler,  andererseits wurde recht schnell die Idee, das Museum mit Leben zu füllen, in die Tat umgesetzt. Mit der Veranstaltungsreihe „Tradition zum Anfassen“ (TzA) wurde gemeinsam mit dem Museum eine Institution ins Leben gerufen, die inzwischen nach über 50 Veranstaltungen einer der Klassiker geworden ist. Ziel dieser Reihe ist es bis heute, Eintrachtler aus allen Jahrzehnten und Bereichen einzuladen und durch deren Geschichten die Vergangenheit atmen zu lassen. Begonnen hat alles mit den Weise-Bubis. Bei der allerersten „TzA“ waren Dietrich Weise, Ralf Falkenmayer und Armin Kraaz zu Gast – und erzählten über die Jahre, in denen die Eintracht versuchte, vorwiegend mit dem eigenen Nachwuchs erfolgreich zu sein. Legendär wurden Dietrichs Weise beinahe verzweifelten Erklärungen über die damals europaweit dilettantischen Versuche, einen Eckball adäquat in den Strafraum zu bringen oder einen Freistoß ins Tor. Alle Highlights der Veranstaltungsreihe hier aufzuzählen, ist schier unmöglich. Zuletzt stand Alex Meier Rede und Antwort, der bei Gründung der Fanabteilung zarte 16 Jahre alt war und zwischenzeitlich zum Fußballgott avancierte.

Bilanz nach 10 Jahren Fanabteilung

Verantwortlich für die Junior Adler war der Jugendleiter der Abteilung, Stefan Ungänz, betreut wurden sie zunächst von Petra Hauschild. Sie fuhren in eigenen Bussen auswärts, durften zuweilen die Einlaufkinder stellen und übernachteten im Museum. Auch zu den Kinderpressekonferenzen im Museum marschierten die Kids auf und fragten ihren Helden Löcher in den Bauch.

Ebenso am Riederwald standen Änderungen an. Zunächst wurde aus Peter Fischers Utopie von 10.000 Vereinsmitgliedern schneller als gedacht Wirklichkeit, maßgeblichen Anteil hatte und hat daran die Fanabteilung. Und auch der neue Riederwald wurde konkret. Mit einem rauschenden Fest verabschiedete sich der Verein im Herbst 2008 von dem längst in die Jahre gekommenen Gebäude. Der „Riederwald-Euro“ wurde eingeführt und so trug die Abteilung ihren Teil dazu bei, dass 2010 der neue Riederwald eröffnet wurde. Endlich konnte die Eintracht ein Leistungszentrum aufweisen, das diesen Namen auch verdiente. Und die Abteilung konnte nach Jahren in der Diaspora endlich in ein Büro mit Tageslicht umziehen.

Doch trotz aller Erfolgsgeschichten hatte sich die Beziehung zwischen Verein und AG noch immer nicht nachhaltig verbessert. Hier geisterte der haltlose Vorwurf der „Vereinsmeierei“ durch die Gegend, dort etablierte sich zwar die Eintracht in Stadt und Liga, die Fans aber wurden zuweilen bei allem Respekt noch nicht vollständig in ihrem Wesen erfasst. Immerhin zeigte sich in wesentlichen Belangen die Fanszene einig. Im Fanbeirat saßen sie einträchtlich beieinander. Die Fanclubs, die Ultras und die Fanabteilung, zusammen mit dem Fanprojekt, der Fanbetreuung und den für Fanbelange Verantwortlichen in AG und Verein. Natürlich nicht immer einer Meinung, letztlich aber stets um Dialog bemüht. Die Abteilung wuchs und wuchs. Nach dem Abschied von Petra Hauschild übernahm Thomas Nixdorf die Büroleitung, während sich nun Nina Goldstein um die Junior Adler kümmerte. Im Vorstand selbst gab es nur wenige Veränderungen. Nach dem Abschied von Donna Becker kam Thomas Schuster, später ergänzte Andreas Mechler die Abteilungsleitung. Als die Fußball AG die Stadionzeitung aus Kostengründen nicht mehr an die Vereinsmitglieder schickte, rief die Abteilung eine neue Publikation, die „Diva vom Main“, ins Leben. Von 2010 bis 2016 versorgte sie einmal im Quartal ihre Mitglieder mit Geschichten rund um die Eintracht. Hintergründig. Traditionsbewusst. Aktuell. 26 Ausgaben erschienen in dieser Zeit.

Der Wechsel von Vize-Präsident Axel Hellmann in den Vorstand der Fußball AG 2012 ebnete den Weg für ein gedeihliches Zusammenwachsen von AG und Verein, und spätestens mit der Berufung von Wolfgang Steubing zum Aufsichtsratsvorsitzenden 2015 brach eine neue Zeitrechnung an. Hellmann, der einst die Fanabteilung mit ins Leben gerufen hatte und maßgeblich für den Neubau des Riederwalds verantwortlich war, wusste um der Notwendigkeit der Verzahnung zwischen Verein und Profifußball und kannte die Bedeutung der Abteilung im Detail. Und Steubing, seit jeher ein großer Freund und Förderer des Vereins und schon in den 1990ern als Mäzen beteiligt, setzte endgültig die neue Eintracht-Kultur des Miteinanders von AG und Verein durch. Waren frühere Zeiten noch von Eifersüchteleien, Machtkämpfen und Vorbehalten gegen ein Erstarken des e.V. als Hauptgesellschafter geprägt, setzte sich unter Steubing die Erkenntnis durch, dass e.V. und AG nur gemeinsam wachsen und erfolgreich sein können.

2012 wurde zudem das erste Regionalbüro der Abteilung in Mittelhessen eröffnet. Dies hatte nicht zuletzt zur Folge, dass die „Tradition zum Anfassen“ auf Tour ging – und sowohl in Homberg als auch in Gießen und Stadtallendorf ihre Zelte aufschlug.

Fanabteilung international

Als Stefan Minden 2014 Vize-Präsident der Eintracht wurde, gab er die Leitung der Abteilung ab. Neuer Abteilungseiter wurde das langjährige Vorstandsmitglied Stefan Ungänz. Für Matthias Scheurer übernahm Henning Schwarz. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Abteilung knapp 15.000 Mitglieder. Und hatte gerade wieder eine Reise durch Europa hinter sich, zu der die Fanabteilung tatkräftig mit beitrug.

Mit Stefan Minden hatte die Fanabteilung wieder einen konkreten Ansprechpartner im Präsidium des Vereins, der neue Abteilungsleiter Stefan Ungänz aber führte die Arbeit seines Vorgängers kontinuierlich weiter. Noch immer richtete die Fanabteilung das Fanclubturnier aus, organisierte Fahrten zu den Auswärtsspielen, betreute die Junior Adler, zelebrierte die Vergangenheit und bot ihren Mitgliedern vergünstigte Dauerkarten an. Was hatte sich aber nicht alles verändert in all den Jahren. Angetreten am alten Riederwald, während die Eintracht im alten Waldstadion spielte und die Eintracht Frankfurt Fußball AG von Drama zu Drama schlingerte, an ein Vereinsmuseum nicht zu denken und die Fanszene zuweilen heillos zersplittert war, zeigte sich nun Eintracht Frankfurt in völlig neuem Gewand. Und die Reise sollte noch lange nicht zu Ende sein.

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