12.12.2020
Fanabteilung

Kia ora Eintracht Frankfurt

Jürgen Perlich war eines der Gründungsmitglieder der Fanabteilung. Heute lebt er in Neuseeland, doch auch fast 20.000 Kilometer Abstand können seiner Liebe zur Eintracht keinen Abbruch tun.

Wenn samstags um 15.30 Uhr im Deutsche Bank Park zum Anstoß gepfiffen wird, liegt Jürgen Perlich noch in seinem Bett. Denn während im Frankfurter Stadtwald der Ball zu rollen beginnt, hat der Tag am anderen Ende der Welt gerade erst begonnen. Fußball gibt es bei Jürgen Perlich deshalb auch erst zum Frühstück. „Ich schaue mir die Spiele meistens direkt nachdem ich wach werde über Eintracht TV an. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht vorher übers Internet oder Messenger das Ergebnis mitbekomme, dann habe ich richtiges Live-Feeling“, erzählt der Auswanderer, der seit 17 Jahren in Neuseeland lebt, nachdem ihn die Lust auf eine Veränderung packte. Dafür ließ er Frankfurt und seinen Job als Luftfrachtspediteur hinter sich und zog in das „Land der unzählbaren Schafe“ Whangarei im Norden Neuseelands. Mit ins Gepäck kam natürlich auch die Liebe zur Eintracht, die mittlerweile fast 40 Jahre währt. „Trotz der vielen Enttäuschungen, die ich mit meiner Eintracht schon erleben musste, habe ich nie aufgehört, sie zu lieben. Immer noch ärgere ich mich über verlorene Punkte und habe bessere Laune nach einem Sieg“.

Große Hürden für eine Schiffahrt 

Diese Liebe reicht sogar so weit, dass Jürgen Perlich ab und zu die lange Reise von Neuseeland nach Frankfurt auf sich nimmt, um ein Spiel der Eintracht im Stadion mitzuerleben. Eine Tour ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben und kann sicherlich als eine der längsten Anreisen betitelt werden, die ein Fußballfan jemals für ein Spiel auf sich genommen hat. „Im Frühjahr 2010 habe ich mich guter Dinge auf den Weg zum Flughafen nach Christchurch gemacht, um bei der traditionellen Schiffsreise von Frankfurt zum Fußballspiel gegen Mainz dabei zu sein“, erinnert er sich zurück. Als er am Flughafen ankam, erfuhr er allerdings, dass alle Flüge vom Zwischenstopp Singapur nach Frankfurt durch einen Vulkanausbruch in Island gestrichen wurden. Zwei Tage lang ließ ihn die Airline aufgrund überfüllter Hotels nicht nach Singapur fliegen – bis Jürgen Perlich auf eine originelle Idee kam: Statt in Singapur zu übernachten, nahm er die High Speed Fähre nach Indonesien, wo er gerade noch rechtzeitig am Abend kurz vor der Grenzschließung ankam. Nach zwei weiteren Tagen und immer größer werdendem Zeitdruck konnte er sich schließlich durch Überredungskunst und, wie er verrät, all seinem Charme einen Platz für den zweiten und letzten Flieger nach Frankfurt sichern. „So kam ich schließlich zwar müde, aber pünktlich zur Abfahrt des Schiffs in Frankfurt an“, erzählt er und fügt hinzu: „Es hat sich gelohnt!“

Jürgen Perlich hat aber nicht nur spannende Geschichten über seinen Verein zu erzählen, er hat auch selbst vor 20 Jahren einen Teil der Eintracht-Geschichte mitgeschrieben – mit der Gründung der Fan- und Förderabteilung. „Ich erinnere mich noch daran, wie schwer es damals war, Mitglied zu werden“, erzählt er aus der Zeit. „Das war damals noch ein ziemlicher Akt, andere Mitglieder mussten eine Unterstützung oder Empfehlung aussprechen.“ Gemeinsam mit Freunden und anderen Mitgliedern kam er deshalb auf die Idee, das Ganze zu vereinfachen, indem auch nicht aktiv sporttreibende Fans Mitglied der Eintracht werden konnten. „Uns war klar, dass diese Gruppe ein riesiges Potential für die Entwicklung des gesamten Vereins hat“, erklärt er und kann heute durchaus stolz sagen: Der Plan ist aufgegangen. „Der Stein, der damals sehr müßig ins Rollen kam, ist zu einer Lawine geworden. Alleine das Mitgliederwachstum über die Jahre und die enge Bindung zwischen Fans und Verein findet man nicht so oft in Deutschland.“. Und das sich das nicht nur auf Deutschland beschränkt und man mittlerweile Eintracht-Mitglieder auf der ganzen Welt findet, dafür ist Jürgen Perlich ja selbst das beste Beispiel.

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