16.04.2026
Erleben

„Meine erfolgreichste Zeit war bei der Eintracht“

Erfolge auf Rasen und Aschenbahn, die ersten Schritte in der Bundesliga und Anfänge auf dem Dorf. Persönliche Einblicke von Willi Neuberger im Podcast „Eintracht vom Main“.

Wenn er die Außenlinie entlang spurtete, hallte ein langgezogenes „Williiiii“ von den Rängen. Für ihn war das immer ein klares Zeichen: „Es war so schön, wenn die viel gerufen haben, da wusste ich, es war ganz gut. Und wenn es nicht so gut war, da war Ruhe“, hat Willi Neuberger derlei Stadionmomente immer noch vor Augen, als er anlässlich seines 80. Geburtstags am 15. April zu Gast bei „Eintracht vom Main“ ist.

Der gebürtige Unterfranke spielte bis zu seinem 18. Lebensjahr ganz normal in den Jugendmannschaften und danach noch zwei Jahre in der B- und A-Klasse, ehe es ihn völlig überraschend von Röllfeld zum amtierenden Europapokalsieger Borussia Dortmund zog. Er wuchs bodenständig auf und verbrachte seine Kindheit auf dem Dorf, wo er schon früh mit großer Begeisterung Fußball spielte. Nebenbei machte er eine dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann.

Sein Profidebüt gab er 1966 für den BVB. „Am 29. oder 30. März 1966, da ging ich immer zum Schafkopfspielen in die Kneipe. Und plötzlich kam meine Mutter ganz aufgeregt: Du musst heimkommen, da ist einer mit dem großen Auto von Dortmund da, der will mit dir sprechen.“

Auch in anderen Sportarten konnte der seit Mittwoch 80-Jährige bereits Erfolge feiern: „Meine Spitze war Leichtathletik.“ So wurde er unter anderem unterfränkischer Vizemeister im Weitsprung und im 100-Meter-Lauf. Über die 100 Meter erzielte er eine Zeit von 11,0 Sekunden, im Weitsprung erreichte er eine Weite von 6,80 Metern. Seine Schnelligkeit, die er von seinem Vater geerbt hat, war ihm auch auf dem Fußballfeld hilfreich. Seine Familie hatte mit dem Sport eigentlich gar nichts am Hut, „wusste, glaube ich, gar nicht, dass im Ball Luft war …“, witzelt Neuberger.

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Seine Zeit bei der Eintracht begann kurioserweise in der Badewanne. Nach dem Training auf dem harten Ascheplatz des Wuppertaler SV nahm Neuberger ein Bad, um seine schmerzenden Beine zu beruhigen. Im kicker habe er gelesen, dass der WSV aufgrund von Steuerschulden Spieler verkaufen müsse. „Dann habe ich den Günter Bachmann [von der Eintracht; Anm. d. Red.] angerufen und gesagt: ‘Ich habe gehört die Eintracht braucht Spieler’. Acht Tage später bekam ich einen Anruf und Ernst Berger [von der Eintracht; Anm. d. Red.] sagte mir auf hessisch: du wirst gekauft.“ Noch in seiner ersten Saison in Frankfurt konnte er 1975 den DFB-Pokal gewinnen und wurde, nachdem er 1980 den Europapokal und im Jahr darauf gleich noch einmal den DFB-Pokal gewann, Rekordspieler der Bundesliga. Mit 520 Spielen steht er auf Platz neun der Liste der Fußballspieler mit den meisten Bundesligaeinsätzen.

Außerdem spricht Neuberger über seinen schönsten Moment bei der Eintracht, nennt seine sportlichen Vorbilder und gibt persönliche Einblicke in sein Familienleben.

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