09.01.2022
Fanabteilung

Seit Tag Eins dabei

Walking Football gibt es zwar erst seit drei Jahren bei der Eintracht, die Liebe zum Verein ist in Marina Dörr aber schon vor langer Zeit entfacht. Besser gesagt vor 42 Jahren.

Als 18-Jährige packte sie das Eintracht-Fieber und ließ sie bis heute nicht mehr los. Mit 14 Jahren begann sie, in ihrem Heimatverein in Urberach Fußball zu spielen. Dass das früher oder später passieren würde, war in ihrer Familie eigentlich jedem klar. „Mein Vater und meine Cousins haben alle gespielt. Ich bin quasi auf dem Sportplatz groß geworden“, erinnert sich die heute 60-Jährige.

Ihre Leidenschaft zum Fußball wurde nach nur zwei Jahren allerdings erstmal auf die Probe gestellt. Die Auflösung ihrer Mannschaft zwang die gebürtige Urberacherin zu einem Wechsel. Sie wechselte aber nicht den Verein, sondern die Sportart und fand sich somit im Handball wieder. Bis in die zweite Bundesliga schaffte sie es, ehe eine schwere Verletzung am Knie sie dazu zwang, die sportliche Karriere erstmal auf Eis zu legen. Ein Bandabriss im linken Knie setzte sie satte vier Jahre außer Gefecht.

Marina Dörr mit der Walking Football Mannschaft der Eintracht auf einem Turnier des Hessischen Fußballverbandes.

Mit der Verletzung begann eine lange und harte Zeit für die zweifache Mutter. Operationen, Krankenhaus und Reha begleiteten sie vier Jahre lang. In dieser Zeit ist sie besonders einem sehr dankbar: „Runzi“ Runzheimer, ehemaliger Sportarzt der Eintracht. Dank ihm kann sie heute nicht nur problemlos laufen, sondern ist noch stärker mit der Eintracht verbunden. „Wen ich da so alles kennengelernt habe, war schon super. Charly Körbel, Bernd Hölzenbein oder Cha Bum kamen dahin, wo ich auch behandelt wurde“, schwärmt Marina heute noch. Seitdem ist sie mit Leib und Seele Eintracht-Fan. Auch im Stadion ist sie häufig anzutreffen. Über die Adler Classics besorgt sie sich Karten und feuert die Adlerträger von der Tribüne aus an. Für die Auswärtsspiele trifft sie sich mit ihren beiden Söhnen vor dem heimischen Fernseher. Zuschauen reicht ihr aber nicht, viel lieber streift sie sich selbst das Trikot über und geht auf Torejagd.

Es ist ein toller Ausgleich und es macht vor allem Spaß. Die Gemeinschaft in unserer Mannschaft ist etwas ganz Besonderes, da ist es mir egal, dass ich so lange zum Training brauche.

Marina Dörr

Auf Torejagd geht sie für die Walking Football-Mannschaft der Eintracht. Seit der Gründung im Jahr 2019 ist sie dabei und vertritt mit ihren Mannschaftskameraden den Adler auf den unterschiedlichsten Turnieren. Als ihr Partner Volker Grunewald damals eine Einladung von den Adler Classics bekam, war für sie direkt klar: „Da möchte ich auch mitmachen.“ Und genauso ist es auch gekommen. Seitdem fahren beide unter der Woche aus dem knapp 150 Kilometer entfernten Oberaula an den Riederwald, nur um beim Training dabei zu sein. Eine Hürde die sie aber gerne auf sich nimmt. „Es ist ein toller Ausgleich und es macht vor allem Spaß. Die Gemeinschaft in unserer Mannschaft ist etwas ganz Besonderes, da ist es mir egal, dass ich so lange zum Training brauche.“

Voll akzeptiert 

Als sie anfing, war sie die einzige Frau, mittlerweile sind sie zu viert. Dass sie mit den Männern zusammen kickt, spielt für sie überhaupt keine Rolle: „Wir Frauen sind voll und ganz akzeptiert, wir gehören einfach dazu. Es ist egal, ob Mann oder Frau, wir sind eine Mannschaft“, berichtet die frühere Bauzeichnerin und schwärmt zudem von ihren beiden Coaches. „Caja ist eine großartige Trainerin, sie hat uns ‚Alten‘ supergut im Griff und mit Cezary zu trainieren, ist einfach nur klasse.“ Aufwärmen, Dehnen, Trainingsübungen stehen für die Walking Footballer auf dem Trainingsplan, aber besonders heiß sind sie auf das Spielen, erzählt Marina lachend.

Neben ihrer Leidenschaft für die Eintracht schlägt ihr Herz aber vor allem für ihre beiden Enkelkinder. Die, wie kann man es anders erwarten, seit Tag Eins Mitglieder bei der Eintracht sind. Das nächste Mitgliedsformular kann Marina Dörr auch schon ausfüllen, denn der dritte Adler ist bereits im Anflug.

Marina Dörr ist eine stolze Oma, stolzes Mitglied der Walking Football Mannschaft und freut sich darauf, wenn am Riederwald das Flutlicht eingeschaltet wird, sie das Eintracht-Trikot anziehen kann und den Ball im Tor versenkt.

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